AES67 vs. Dante: Welche Lösung ist die richtige für Ihr professionelles Audionetzwerk?

AES67 und Dante sind die beiden Protokolle, die sich in den letzten Jahren bei der digitalen Audioübertragung über IP-Netzwerke durchgesetzt haben. Doch worin unterscheiden sie sich wirklich? Welches ist für die professionelle Audioanwendung am besten geeignet? Welche Option sollten wir für EN 54-zertifizierte Beschallungs- und Sprachalarmierungsanlagen in sicherheitsrelevanten Umgebungen wählen?
Hier finden Sie einen klaren und aktuellen Vergleich zwischen Dante und AES67 – , der die Arbeit von Integratoren, Servicetechnikern und technischen Verantwortlichen erleichtern soll.

Was ist AES67?

AES67 ist ein offener Standard, der 2013 von der AES (Audio Engineering Society) veröffentlicht wurde, um die Interoperabilität zwischen IP-Audiosystemen zu erleichtern.
Es handelt sich dabei nicht um ein neues Protokoll, sondern um eine gemeinsame Spezifikation, die definiert , wie verschiedene Technologien (wie Dante, Ravenna, Livewire+ oder Q-LAN) nebeneinander bestehen und miteinander kommunizieren können – unter Verwendung weithin anerkannter Standards wie:

  • RTP für den Audiotransport
  • PTP v2 (IEEE 1588-2008) für die Zeitsynchronisation
  • Multicast mit IGMP für die Verteilung
  • SDP zur Beschreibung der Datenströme

Was ist Dante?

Dante wurde von dem australischen Unternehmen Audinate entwickelt und ist eine proprietäre Lösung, die Audio-Streaming und Steuerung über IP-Netzwerke ermöglicht. Es handelt sich um einen Standard, der aufgrund seiner Benutzerfreundlichkeit, der automatischen Geräteerkennung und der zentralen Konfiguration über die Anwendung Dante Controller sehr geschätzt wird. Aus diesem Grund ist Dante besonders im AV-Bereich (Audiovisuelle Medien), bei Live-Veranstaltungen und im Rundfunk weit verbreitet.
Obwohl Dante nicht auf offenen Standards basiert, unterstützen neuere Versionen die AES67-Spezifikation, um die Integration in gemischten Netzwerken zu erleichtern.

Technischer Vergleich : AES67 vs Dante

Grenzen überwinden: Die Lösung von LDA Audio Tech

Eine der bekannten Schwächen von AES67 war lange Zeit das Fehlen nativer Mechanismen zur Erkennung, Konfiguration und Überwachung von Geräten. Dies erschwerte die Verbreitung von AES67 als schlüsselfertige Lösung nach dem Vorbild von Dante.
LDA Audio Tech hat diese Einschränkung überwunden, indem eigene Protokolle entwickelt wurden, die speziell für folgende Zwecke konzipiert sind:

  • Automatische Erkennung von netzwerkgebundenen Geräten (NEO+, NEXO, NEXO HUB …)
  • Zentrale Konfiguration von AES67-Streams, ohne externe Werkzeuge wie SAP oder NMOS
  • Kontinuierliche Überwachung des Echtzeitbetriebs mit Status-, Synchronisations- und Latenzprüfungen

Das gesamte System wurde auf der Grundlage der EN 54-Anforderungen entwickelt und gewährleistet nicht nur Interoperabilität, sondern auch Robustheit, Rückverfolgbarkeit und Sicherheit in Beschallungs- und Sprachalarmierungsanlagen.

Da alle LDA Audio Tech Geräte nach EN 54 entwickelt und zertifiziert sind, umfasst dies auch die Audiobearbeitung auf Firmware- und Softwareebene – vollständig von LDA Audio Tech entwickelt und programmiert. LDA garantiert, dass sämtliche Audioprozesse gemäß der Norm geprüft werden, in strikter Übereinstimmung mit den technischen und zuverlässigkeitsbezogenen Vorgaben.
Die Lösung von LDA ist eine der wenigen AES67-Implementierungen, die in puncto Benutzerfreundlichkeit mit Dante konkurrieren kann, ohne dabei auf die Offenheit des Standards zu verzichten.

Welche Lösung soll man wählen?

Wählen Sie AES67, wenn:

  • Sie ein System auf Basis offener Standards aufbauen möchten.
  • Sie Interoperabilität zwischen Geräten verschiedener Hersteller benötigen.
  • Sie Lösungen in EN 54-zertifizierten Umgebungen implementieren, in denen Synchronisation, Verfügbarkeit und Rückverfolgbarkeit gewährleistet sein müssen.
  • Sie technologische Unabhängigkeit und langfristige Skalierbarkeit anstreben.

Anwendungsfall:

Bei LDA Audio Tech bildet AES67 die Grundlage des ACSINet-Systems, das die Integration mehrerer NEO- und NEXO-Geräte in zentrale Beschallungs- und Sprachalarmnetzwerke mit PTPv2-Synchronisation und intelligentem, intern entwickeltem Management ermöglicht.

Wählen Sie Dante, wenn:

  • Sie eine Plug-and-Play-Lösung bevorzugen, bei der keine manuelle Protokollkonfiguration erforderlich ist.
  • Sie in einem geschlossenen System arbeiten, in dem alle Geräte mit Dante kompatibel sind.
  • Ihre Priorität eine einfache und schnelle Inbetriebnahme ist – insbesondere bei Veranstaltungen, im Unternehmens-AV-Bereich oder im Rundfunk.

Kurz gesagt: AES67 setzt den Fokus auf Interoperabilität und Skalierbarkeit; Dante auf Benutzerfreundlichkeit und schnelle Umsetzung.

Können die beiden Audioübertragungssysteme zusammenarbeiten?

Ja, AES67 und Dante können zusammen betrieben werden. Viele moderne Dante-Geräte sind „AES67-kompatibel“, was ihre Integration in ein AES67-Netzwerk mithilfe der definierten Mechanismen ermöglicht.

Allerdings gibt es spezifische Anforderungen. Mehrere Parameter müssen sorgfältig aufeinander abgestimmt werden, darunter:

  • Portbereich
  • Abtastrate
  • Clock-Format (PTP v2)
  • Stream-Beschreibung (SDP)

Dante-Geräte mit Firmware-Version 4.2.x oder höher (für die Chipsets Brooklyn, Broadway und HC) unterstützen AES67. Dante-Geräte, die diese Spezifikationen nicht erfüllen (z. B. solche mit dem UltimoX-Chipsatz), können sich zwar in einem AES67-Modus in eine Domäne eintragen, sind jedoch nicht in der Lage, AES67-RTP-Streams zu senden oder zu empfangen. Dies wird in einer technischen Mitteilung von Dante näher erläutert.

Für solche Fälle hat LDA Audio Tech Lösungen entwickelt, um die vollständige Kompatibilität sicherzustellen. Mit dem Gerät LDA Dante-16 können bis zu 16 Dante-Kanäle eines beliebigen Geräts in das AES67-Protokoll umgewandelt werden, welches nativ vom LDA NEO+ Beschallungs- und Sprachalarmsystem empfangen werden kann.

Zusammenfassung

Sowohl AES67 als auch Dante sind ausgereifte und sich ergänzende Technologien. Während Dante vor allem durch seine einfache Integration überzeugt, zeichnet sich AES67 durch seine Offenheit und Flexibilität aus. Eigenschaften, die besonders in sicherheitskritischen und regulierten Umgebungen von großer Bedeutung sind.
Bei LDA Audio Tech setzt man auf AES67 nicht nur als Transportstandard, sondern auch als strategische Grundlage für die Gestaltung professioneller PA/VA-Netzwerke, die sicher sind und den gültigen Normen entsprechen. Außerdem stehen eigene Werkzeuge zur Verfügung, die AES67 zu einer vollständigen und intuitiven Lösung machen.
Haben Sie ein Projekt für eine Beschallungs- und Sprachalarmierungsanlage und sind unsicher, welche Lösung Sie wählen sollen? Kontaktieren Sie uns – wir unterstützen Sie gern bei der Planung.